Schweine Experiment endet mit Appell zur artgerechten Haltung

Mit einem politischen Schlachtfest hat Martin Hahn mit Unterstützung des grünen Urgesteins Rezzo Schlauch in Überlingen für die artgerechte Haltung von Tieren geworben.

Martin Hahn hatte sich im vergangenen Frühjahr zwei Muttersauen auf seinen biologisch-dynamisch bewirtschafteten Bauernhof nach Bonndorf geholt und die Ferkel artgerecht groß gezogen. Die auf dem Helchenhof geborenen Schweine lebten in einem Stall mit Stroh und hatten, wann immer sie wollten, Auslauf ins Freie. Gefressen haben sie Futter vom Hof zum Beispiel Kartoffeln.

Das Schweine-Experiment endete, als die Tiere schlachtreif waren. Der Überlinger Metzgermeister Fridolin Zugmantel hat die Schweine auf dem Helchenhof abgeholt und sie am Montag im Auftrag von Martin Hahn im Überlinger Schlachthof geschlachtet.

Agrarpolitiker Martin Hahn hatte am Dienstag, 1. März, dann zu einer Besichtigung des Überlinger Schlachthofs und Interessierte anschließend zum politischen Schlachtfest eingeladen.

Im Dorfgemeinschaftshaus in Bambergen warben Martin Hahn und Rezzo Schlauch beim Mittagessen für die artgerechte Haltung von Tieren. Rund 60 Interessierte verkosteten das Metzelsuppe, Kesselfleisch und Blut- und Leberwürste mit Sauerkraut. Fridolin Zugmantel warb dafür, das ganze Tier vom Rüssel bis zum Schwänzle zu verarbeiten.

Rezzo Schlauch wies darauf hin, dass die Verbraucher mit Messer und Gabel darüber abstimmen, wie Tiere gehalten werden. Jeder wisse, woher günstig produziertes Fleisch stamme und wie es produziert worden ist, so Rezzo Schlauch. Er wies auf die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und Umweltfolgen von Massentierhaltung hin.

Wenn Landwirte ihre Tiere artgerecht halten, sei das nur zu einem höheren Preis möglich. Viele kleinere Betriebe mussten schon aufgeben. Rezzo Schlauch berichtete von seinen Kindheitserinnerungen und wie das Schwäbisch Hällische Schwein wieder zurück auf die Höfe kam. Er selbst sei kein Öko-Freak, bei dem jede Haferflocke aus biologischen Anbau stammen müsse, sagte Rezzo Schlauch. Beim Fleisch aber mache er keine Kompromisse.

Weiter wies der Grüne, darauf hin welch verheerende Konsequenzen der Export von billigem Fleisch aus Massentierhaltungen zum Beispiel nach Afrika hat, wo lokale Märkte zerstört werden, weil die Konsumenten statt eines frischen gerupften Huhns lieber Tiefkühlgeflügel kaufen.