Felchenfrage: Ist der Bodensee ein alpiner See? Alternative Öko-Fisch?

Mit der Übergabe von 25.766 Unterschriften im schweizerischen Güttingen haben die Berufsfischer am Bodensee ihre Kampagne zur Erhöhung des Nährstoffgehalts im See beendet und noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Für Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen für den Wahlkreis Bodensee und agrarpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen in Stuttgart, stellt sich die Grundsatzfrage, ob der Bodensee als alpiner See richtig eingestuft ist oder ob er nicht zu den voralpinen Seen gehören müsste. Dann wäre ein höherer Nährstoffgehalt zulässig. Martin Hahn vergleicht Bodenseefisch aus Wildfang mit Bioware, möchte ihn kennzeichnen und hochpreisiger als Importfisch vermarkten.

Martin Hahn schlägt vor, im Bodensee gefangenen Wildfisch teurer zu verkaufen als Fisch aus anderen Gewässern. Fisch aus Wildfang im Bodensee ist qualitativ hochwertiger und mit Ökoware in der Landwirtschaft vergleichbar, so Martin Hahn. Der gekennzeichnete Bodenseefisch müsse allerdings für Verbraucher an den Fischtheken und in der Gastronomie erkennbar sein. Verbraucher müssten ihn von importiertem Fisch aus anderen Ländern unterscheiden können.

Martin Hahn weiter: „Wir müssen Verantwortung für unsere Ernährung übernehmen.“ Das betrifft auch die Bodenseefischer, so der MdL. Auch Aquakultur im Bodensee ist für ihn eine Option. Wir müssten uns entscheiden, ob wir unter oft fragwürdigen ökologischen Bedingungen im Nordmeer oder Südostasien in Aquakulturen produzierten Fisch auf unseren Tellern haben möchten oder lieber heimischen Fisch.

In den vergangenen Jahren waren die Fangerträge immer weiter und dramatisch zurückgegangen. Nur 2016 war ein Ausreißerjahr, als in Folge des Hochwassers der Nährstoffgehalt im See anstieg. Die Fischer hatten mit ihrer Aktion und Unterschriftensammlung „Der Bodensee - Ein Juwel hungert“ auf die Situation aufmerksam gemacht. Aufgrund der nur noch sehr geringen Mengen an Phosphat im Seewasser fehlt den Fischen die Nahrung. Dass ein Zusammenhang zwischen Fangmengen und Nährstoff besteht, ist mittlerweile Konsens. Die im Dialogforum der Internationalen Bodenseekonferenz festgelegte Zielgröße von mindestens zehn Milligramm Phosphat pro Kubikmeter wird aktuell deutlich unterschritten. Seewasser hat nur noch einen Phosphatgehalt von sechs Milligramm pro Kubikmeter.

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