April-Frost traf Bauern im Bodenseekreis mit am härtesten: Martin Hahn MdL: „Landesweit 120 Millionen Euro Schaden.“

Dass der Frost im April Landwirte im Bodenseekreis besonders hart getroffen hat, hat die grün-schwarze Landesregierung seit dieser Woche schwarz auf weiß. Geschädigte Bauern im Bodenseekreis stellten insgesamt 467 Anträge auf Frosthilfe. So viele waren es landesweit sonst nur noch im Ortenaukreis, aus dem sogar 468 Anträge eingegangen sind. „Unsere Landwirte im Bodenseekreis hat der Frost besonders schlimm erwischt“, so Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen für den Bodenseekreis.

 

Das Schadensvolumen beläuft sich landesweit auf rund 120 Millionen Euro. „In Baden-Württemberg kommen wir bei einem Beihilfesatz von 50 Prozent und unter Beachtung von Höchstgrenzen so auf einen Mittelbedarf von rund 53 Millionen Euro“, erklärt Martin Hahn, Landtagsabgeordneter für den Bodenseekreis. „Ich hoffe sehr, dass die Beträge so ausreichend sind, damit gerade auch bei uns am Bodensee kein Landwirt in Existenz bedrohende Zahlungsschwierigkeiten gerät“, sorgt sich Martin Hahn um die bäuerlichen Betriebe zwischen Sipplingen und Kressbronn.

„Die vom Frost geschädigten Apfelplantagen sind prägend für unsere Landschaft“, sagt Martin Hahn. „Als ich im April die erfrorenen Blüten gesehen habe, stand für mich fest, dass wir unsere Landwirte mit diesen Schäden nicht allein lassen durften“, so der Landtagsabgeordnete der Grünen.

Die Antragsfrist für die Frosthilfe endete am 30. Oktober. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen bei den Landwirtschaftsämtern in den Landratsämtern 2.466 Anträge auf Frosthilfe vor. Die meisten, 468 Anträge, wurden im Ortenaukreis und die zweit meisten, 467 Anträge, im Bodenseekreis gestellt. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald waren es 282, im Landkreis Heilbronn 261 und im Rems-Murr-Kreis 185. „Auf diese fünf Landkreise entfallen rund zwei Drittel aller Frosthilfeanträge“, erläutert Martin Hahn. „Die vorliegenden Anträge sind soweit alle plausibilisiert und auf Vollständigkeit geprüft“, so der Abgeordnete weiter.

In den meisten Fällen gibt es bereits eine endgültige Schadensberechnung. „Bei bisher noch unvollständigen Anträgen und noch nicht endgültig berechneten Anträgen wurde mit Durchschnittswerten und Pauschalen das Schadensvolumen vorläufig kalkuliert“, so Martin Hahn.

Differenziert nach Kulturarten entfallen die höchsten Schäden auf den Bereich Kernobst mit einer frostgeschädigten Fläche von rund 10.200 Hektar und einem Schadensvolumen von rund 65,8 Millionen Euro, gefolgt vom Weinbau mit einer frostgeschädigten Fläche von rund 6.200 Hektar und und einem Schadensvolumen von rund 27 Millionen Euro. Beim Steinobst gab es rund 2.700 Hektar frostgeschädigte Flächen mit einem Schadensvolumen von rund 18,7 Millionen Euro. Auf den Bereich Beerenobst entfallen 1.300 Hektar frostgeschädigte Fläche mit einem Schadensvolumen von rund 7,3 Millionen Euro.

„In Bezug auf die beantragte Schadenshöhe weisen die Anträge eine große Bandbreite auf“, so Martin Hahn. Bei rund 90 Prozent der vorliegenden Anträge liegen die betrieblichen Schäden in einem Bereich bis zu 100.000 Euro. Bei rund 10 Prozent der Anträge – bei 246 Anträgen – liegen die Schäden über 100.000 Euro. Einige Betriebe meldeten sogar noch höhere Schadenssummen: 220 Anträge betreffen den Bereich 100.000 bis 300.000 Euro, bei 18 Anträgen sind es 300.000 bis 500.000 Euro und acht Anträge betreffen den Bereich über 500.000 Euro.

„Frost im April ist nicht ungewöhnlich“, so Martin Hahn. Besonders verheerend waren die Schäden in diesem Frühjahr, weil die Vegetation im April schon sehr weit fortgeschritten war. Dies kann eine Folge der Klimaveränderung mit immer wärmeren Temperaturen sein.

 

 

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