Besuch vom Umweltministeriums-Staatssekretär Dr. Andre Baumann im Bodenseekreis

Auf Einladung von Martin Hahn MdL hat Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium, am 10. Mai den Bodenseekreis besucht und sich von Mitarbeitern des Landschaftserhaltungsverband Bodenseekreis e. V. Naturschutzmaßnahmen in Kressbronn und Überlingen-Bonndorf erläutern lassen. 

Kressbronn, Überlingen. Anfang Mai hat Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen, Herrn Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium, in den Bodenseekreis eingeladen. Zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Bodenseekreis wurde ein halbtägiges Besuchsprogramm organisiert, um über verschiedene Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekte bei Kressbronn und Überlingen zu informieren.

Am Tunauer Strand in Kressbronn wurden verschiedene Projekte im FFH-Gebiet „Bodenseeuferlandschaft östlich Friedrichshafen“ vorgestellt. So erläuterte der LEV-Geschäftsführer Daniel Doer vor Ort die Pflegeaktionen zur Entwicklung von artenreichen Pfeifengras-Streuwiesen. Auch ein zeitweise Wasser führendes Kleingewässer, das im Rahmen des internationalen Interreg-Projekts „Kleingewässer für die Bodensee-Region“ in diesem Jahr am Tunauer Strand angelegt wurde, stand auf dem Programm. „Aktuell steht in der Senke noch kein Wasser“, sagte Landschaftsökologe Doer, „aber wir hoffen auf das nächste Bodensee-Hochwasser, so dass dort die gefährdete FFH-Amphibienart Gelbbauchunke einen neuen Lebensraum finden kann“. Dr. Andre Baumann zeigte sich angetan von den alten Eichen auf dem Kieswall am Bodenseeufer: „So einen natürlichen Abschnitt des Bodenseeufers habe ich bisher noch nicht gesehen“. Die Eichen sind ein wesentlicher Bestandteil des am Bodensee Seehag genannten Hartholzauenwalds.

Anschließend wurden Landschaftspflegeprojekte im westlichen Bodenseekreis besichtigt: An den Steilhängen am sogenannten Guckenbühl gab es zum Beispiel eine Magere Flachland-Mähwiese, einen geschützten FFH-Lebensraumtyp, zu sehen. „Diese Flächen habe ich als Bio-Landwirt selbst gemäht, bis ich in den Landtag gewechselt bin und meinen Hof verpachten musste“, zeigte sich Martin Hahn stolz auf das Erreichte. Dafür gab es Lob von Staatssekretär Dr. Baumann, der auch gleich seltene Pflanzenarten entdeckte: „Hier ist wirklich gut entwickeltes, blütenreiches Grünland zu sehen, das durch eine passende landwirtschaftliche Nutzung entstanden ist. Danke für diese schöne Fläche.“ Anschließend erläuterte LEV-Mitarbeiterin Jasmin Seif verschiedene Maßnahmen von der Heckenpflege bis zur Entwicklung von Magerrasen, die am Guckenbühl stattfinden. „Wir wollen am anderen Hang einen artenreichen Magerrasen entwickeln, indem wir das Weidemanagement mit Schafen verbessern“, blickte Frau Seif als für dieses FFH-Teilgebiet Zuständige in die Zukunft.
 
Hintergrundinformationen zum LEV Bodenseekreis
Der Landschaftserhaltungsverband Bodenseekreis e.V. wurde 2013 gegründet und kümmert sich insbesondere um die Umsetzung der Managementpläne in den europäischen Natura 2000-Gebieten im gesamten Landkreis. Natura 2000 ist der Name eines europäischen Netzwerks von wichtigen Schutzgebieten, das aus den FFH-Gebieten, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union ausgewiesen wurden, und den EU-Vogelschutzgebieten besteht. Die Managementpläne für die besuchten FFH-Gebiete „Bodenseeuferlandschaft östlich Friedrichshafen“ und „Bodenseehinterland bei Überlingen“ sehen zum Beispiel Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums der Gelbbauchunke am Bodenseeufer oder zur Entwicklung von Kalk-Magerrasen im zweiten Gebiet vor.