Fleisch essen in Zeiten des Klimawandels?

Letzte Station der Sommertour 2019 war der Überlinger Schlachthof. Matthias Minister, Geschäftsführer & Inhaber von Fairfleisch und Geschäftsführer des Schlachthofes, hatte Martin Hahn MdL zu einer Betriebsbesichtigung eingeladen.

In Zeiten des Klimawandels und Protesten gegen Massentierhaltung und Tierleid geraten Metzger*innen und Fleischesser*innen immer mehr unter Druck. Als in diesem Sommer der Regenwald in Brasilien brannte, brannte er auch, weil die Verbraucher*innen in der EU immer mehr Fleisch essen. 60 Kilogramm konsumiert jeder Deutsche statistisch gesehen pro Jahr. Fakt ist, dass die Fleischproduktion, die für einen großen Teil des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Doch es gibt beim Essen auch den Gegentrend: Immer mehr Deutsche sind Vegetarier. Laut dem Vegetarierbund Deutschland ernähren sich in Deutschland 7,8 Millionen Menschen vegetarisch und rund 900.000 Menschen vegan. Wer nicht ganz aufs Fleisch verzichten will, wird Flexitarier. Martin Hahn MdL, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Fraktion im Landtag, wies bei dem Besuch des Schlachthofs darauf hin, dass es bei Fleisch sehr große Unterschiede gibt, was Qualität, Auswirkungen auf Umwelt und Klima und Tierleid angeht.

Fairfleisch – der Name ist beim Unternehmen Fairfleisch Programm – vertreibt ausschließlich Fleisch aus artgerechter Tierhaltung. „Artgerechte Tierhaltung und Fleisch aus der Region wollen doch eigentlich alle“, sagt Matthias Minister. Der Preisaufschlag, den der Verbraucher für faires Fleisch zahlen muss, liegt bei gerade mal 30 Cent pro 100 Gramm Fleisch und Wurst. „Das sollte es uns wert sein“, so der  Geschäftsführer & Inhaber des Unternehmens, das Fleisch aus artgerechter Haltung vermarktet und dessen Partner Bioland Ba-Wü und Gutes vom See (Link: https://www.gutes-vom-see.com/ ) sind. Neben der Eigenmarke Fairfleisch, das aus konventioneller Haltung stammt, führt Fairfleisch zudem Bio-Fleisch.

Artgerecht heißt: Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel bezieht Fairfleisch ausschließlich von zertifizierten Landwirten, die auf ihren Höfen die Tiere nach strengen Vorgaben aufziehen und halten. Artgerechte Tierhaltung, kurze Transportwege, schonende Schlachtung und handwerkliche Verarbeitung im Überlinger Schlachthof sind auch entscheidend für die Qualität des Fleisches. Geschlachtet wird in Überlingen zum Beispiel auch für Kauf ne Kuh (Link https://www.kaufnekuh.de/ ). Verbraucher*innen können das faire Fleisch, das von konventionell wirtschaftenden Höfen oder sogar Biobetrieben stammt, in verschiedenen Metzgereien, Kantinen und in der Gastronomie kaufen oder sich servieren lassen. (Wir haben weiter unten für Euch eine kleine Übersicht mit Betrieben, die in und rund um unseren Wahlkreis Bodensee Fairfleisch verarbeiten, mit angehängt.)  Außerdem gibt es das Fleisch aus artgerechter Haltung auch im Werksverkauf im Schlachthof in Überlingen.

Artgerechte Haltung bei Schweinen bedeutet: Die Liegefläche und der Aktivitätsbereich sind mit Stroh eingestreut. Die Schweine haben einen Auslauf. Fütterung erfolgt mit Getreide und Soja, ohne Gentechnik; keine Importfuttermittel aus Übersee kommen in den Trog, also auch kein Sojaschrot aus Brasilien; kein Einsatz von vorbeugenden Medikamenten, wie z.B. Antibiotika und es gibt doppelt so viel Platz wie in herkömmlichen Ställen. Die Schweine haben Langschwänze; also es gibt kein Kupieren. Die männlichen Ferkel werden kastriert, um den Geschlechtsgeruch im Fleisch zu vermeiden. Das wird bei Fairfleisch ausschließlich unter Narkose gemacht. Die Schlachtung und Zerlegung passiert in Überlingen; beide Betriebe (Schlachthof und Zerlegung) sind Bio-zertifiziert (DE-ÖKO-003).

Auch für Fleischesser, die gern auch einmal ein Hähnchen zubereiten möchten, hat das Unternehmen gute Nachrichten. Die Freilandhähnchen bezieht Fairfleisch von einer bäuerlichen Erzeugergemeinschaft aus Südwestfrankreich. Die Aufzucht erfolgt in den Kiefernwäldern der Landais in kleinen Holzhütten mit jeweils 500 Hähnchen. Die Hähnchen werden dort geschlachtet und nicht lebend transportiert. Die Tiere werden mindestens 81 Tage alt (konventionelle Hähnchen: 28 Tage).

Link: https://youtu.be/5qTgU6RXd3Y.

Metzgereien in der Region:

Metzgerei Wellhäuser GmbH
Goetheplatz 7
88214 Ravensburg
www.metzgerei-wellhaeuser.de

Gastronomie und Großküchen:

Bio am See
Metzstraße 2
88045 Friedrichshafen
www.bioamsee.de

Cheesy Love
Amanda Burth
Fritz-Reichle-Ring 7
78315 Radolfzell

Buchinger Klinik
Wilhelm-Beck-Str. 27
88662 Überlingen
www.buchinger-wilhelmi.com/de

DER LÖWEN
Hotel - Restaurant - Café - Bäckerei
Hansjakobstr. 2
88709 Hagnau am Bodensee
www.loewen-hagnau.de

Freie Waldorfschule Überlingen
Rengoldshauser Str. 20
88662 Überlingen

Georgenhof
Schönbuchstraße 25
88662 Überlingen
 

Karin Hanser GmbH
Unterstadtstraße 32
88709 Meersburg
 

Landgasthof Keller
Riedweg 2
88662 Überlingen/Lippertsreuthe

Gaststätte Löwen
Roman Pfaff
Hauptstraße 41
88699 Frickingen/Altheim

Kneipp-und Vital-Hotel Röther
Uhlandstraße 2
88662 Überlingen
 

Hotel Seehof GmbH
Bachstr. 15
88090 Immenstaad

Skid GmbH
Kronengasse 1
88662 Überlingen

Gaststätte Zugvogel'
Badweg 5
88699 Frickingen-Leustetten

 

Link Rinderhaltung: youtu.be/M0DADi6Z8ww