Inforeise in den Partnerlandkreis

Martin Hahn MdL, der auch gerade wieder gewähltes Mitglied des Kreistags ist, hat im Juni zusammen mit Landrat Lothar Wölfle, 18 Rät*innen und Führungskräfte des Landratsamts, den Landkreis Leipzig, den Partnerkreis des Bodenseekreises besucht. Der Landkreis Leipzig erstreckt sich südlich und östlich um die Großstadt Leipzig. Rund 260.000 Menschen leben dort. Die Besucher*innen haben sich im Partnerkreis über aktuelle Projekte und Entwicklungen informiert. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere auch der Strukturwandel der Kohleregion.

„Die Dimensionen beim Braunkohletagebau sind riesig“, so Martin Hahn. Die Auswirkungen des Kohleabbaus haben die Kreisräte direkt in einem Tagebaurevier, im Tagebau Vereinigtes Schleenhain, mit erlebt. Ein riesiger Schaufelradbagger wühlte sich, wo vor 40 Millionen Jahren noch riesige Mammutbäume standen, in die Landschaft. Die abgebaggerte Braunkohle ist über kilometerlange Förderbänder direkt zum Kraftwerk Lippendorf gelaufen, wo sie für Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt wird. Der Landrat des Landkreises Leipzig, Henry Graichen berichtete den Besucher*innen, dass der Kohleausstieg bis 2038 – wie momentan in Deutschland geplant – nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen bedeute, sondern die Menschen auch gefühlsmäßig tief berührt und bewegt: „Die Kohle hat den Kreis Leipzig über Jahrzehnte geprägt“, so Martin Hahn. Er habe aber den Eindruck gewonnen, dass die Region den Kohleausstieg, der nach Auffassung der Grünen deutlich vor 2028 kommen muss, bewältigen könne – und die Menschen die Chancen des Ausstiegs sehen. Die Konsequenzen des Braunkohleausstiegs und dem Ende Tagebauindustrie müsse gelingen und als Aufbruch und Neustart begriffen werden, so Martin Hahn. Er ist überzeugt, dass im Bereich der neuen Energien viele neue Arbeitsplätze entstehen.

Ein sogar schnellerer Ausstieg aus der Braunkohle ist aus Sicht von Martin Hahn aus Klimaschutzgründen nötig. Er ist aber optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass sich der Kohleausstieg, auch wirtschaftlich rechnet.“ Der Tagebau verursache immense Kosten, Wind und Sonne seien schon heute wirtschaftlicher. Ein weiteres Thema in Zusammenhang mit der Energiewende im Landkreis Leipzig ist auch Wasserstoff. Ein Unternehmen in Grimma wolle beispielsweise demnächst Stadtreinigungsfahrzeuge mit Wasserstoff antreiben.

In der Renaturierung der Landschaft sieht Martin Hahn ebenfalls eine große Chance. „Hier entstehen ganze neue Landschaften mit Seen und einem hohen Freizeitwert“, so der Landtagsabgeordnete. Er sei tief beeindruckt, in welcher Geschwindigkeit, sich die Natur die Räume zurückerobere. „Die Natur braucht uns nicht – wir die Natur aber schon“, sagte Martin Hahn.