Martin Hahn: Coworking Space ist zeitgemäßes Arbeiten

Im Coworking Space SEE.STATT am Bahnhofplatz in Friedrichshafen hat sich Martin Hahn mit dem Anbieter von Coworking Arbeitsplätzen PRISMA und Nutzerinnen und Nutzern über zeitgemäßes Arbeiten ausgetauscht. Der Abgeordnete wollte wissen: Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? Wer nutzt das Angebot am Bahnhofsplatz? Freelancer oder Startups? Was sind die wichtigsten Vorteile von Coworking? Geht es auch um den Austausch? Welche Rolle spielen Coworking Spaces für den Umwelt- und Klimaschutz durch die Vermeidung von Pendlerstrecken und die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur?

Coworking ist ein sehr grünes Thema. Denn mit Coworking lassen sich genauso wie durch Homeoffice im günstigste Fall lange Arbeitswege vermeiden. „Wenn wir mit Blick auf das Erreichen unserer Klimaziele über die Verkehrswende reden, dann sprechen wir Grüne auch immer darüber, dass es mit der gegenwärtigen Trennung von wohnen, arbeiten und einkaufen so nicht weitergehen kann“, stellt Martin Hahn fest. Denn am klimaunschädlichsten sind die Wege, die wir erst gar nicht zurücklegen müssen. Und auch über neue, innovative Arbeitsformen denken Grüne seit jeher nach. Ein Lebensarbeitszeitkonto ist ein anderes, das gerade aufpoppt. „Wir stehen aufgrund der Digitalisierung vor großen Veränderungen in der Arbeitswelt“, so der Landtagsabgeordnete für den Bodenseekreis.

Prisma verwaltet gleich mehrere Immobilien in Friedrichshafen. Die Idee des Coworking wurde bei Prisma ursprünglich in Dornbirn geboren. „Das hat wie eine Bombe eingeschlagen“, so Diana Laimer von Prisma. Auch in Friedrichshafen ist Coworking eine Erfolgsgeschichte. Möbel und Internet sind im Coworking genauso vorhanden wie eine Kaffeelounge und ein Besprechungsraum, den die Mieterinnen und Mieter bei Bedarf dazu buchen können.

Getränke und Kaffee werden gestellt. Die Kaffeemaschine reinigen und die Spülmaschine ausräumen muss die Community. Mieten können sich die Interessenten ein Büro mit ein oder zwei Arbeitsplätzen oder einen Arbeitsplatz im Open Space. Wer telefonieren muss, geht raus, um die anderen im Open Space nicht beim konzentrierten Arbeite zu stören.

Mieten können Interessierte einen Arbeitsplatz tageweise genauso wie längerfristig ein eigenes Büro. Zum Reinschnuppern gibt es auch ein kostenfreies Probeticket für einen Tag. Ein Tagesticket kostet sonst 15 Euro/Tag, ein 10er-Ticket 120 Euro, der Fix-Desk 175 Euro/Monat und Einzelbüros variabel nach Größe. Neben dem möblierten Arbeitsplatz sind WLAN, Strom, Betriebs- und Nebenkosten sowie die wöchentliche Reinigung für die Coworker inkludiert. Für Fix-Desk-Mieter gibt es zusätzlich einen Briefkasten und die Möglichkeit der Firmenbeschriftung am Leitsystem.

Eines der Büros hat ein Architekturbüro angemietet, Vater und Sohn. Früher pendelten beide mit dem Auto nach Langenargen und ließen, ganz besonders während der Messen und im Sommer, viel Zeit auf der Straße. Auch aus ökologischen Gründen wechselten sie ins Coworking. Der Sohn sagt, er fahre jetzt mit dem Rad. Gleich mehrere Räume besetzt ein Ingenieurbüro, das ein kommunales Unternehmen von vier Stadtwerken ist. Die Türen stehen offen. Der Geschäftsführer sagt, das Team fühle sich wohl. Präsenzzeiten gibt es nicht, dafür aber viel Flexibilität. Gearbeitet wird projektbezogen. Auch der Geschäftsführer kommt von Fischbach mit dem Rad. Eine Zeit lang machte der Dienstleister beim Carsharing mit, es passte aber nicht, weil die Mitarbeiter nur kurze Strecken vo etwa 20 Kilometern fahren, aber das Auto einen ganzen Tag lang benötigen. Jetzt soll vielleicht ein eigenes E-Auto gekauft werden. Das Ladethema ist noch nicht gelöst. Ein paar Türen weiter residiert „Demokratie leben“, ein alevitisches Bildungswerk, das ans Landratsamt angedockt ist und mit Bundesmitteln finanziert wird. Die Mitarbeiterin im Büro nebenan, arbeitet für ein großes Unternehmen in Hamburg, das mit der Luftfahrt- und Fahrzeugindustrie zusammenarbeitet. Aus privaten Gründen zog sie nach Friedrichshafen und hat ihren Arbeitsplatz im Coworking. Ihre Nachbarin ist als Projektleiterin im Bereich Gesundheitsprävention tätig. Im Open Space sitzt an diesem Tag ein Immobiliensachverständiger. Viele Türen stehen offen.

„So sieht zeitgemäßes Arbeiten aus“, sagt Martin Hahn und bedankt sich bei Diana Laimer von Prisma für die Einführung und bei den Coworkern für die Einblicke in ihre Büros und ihr Arbeiten. „Mitbringen müssen die Mieterinnen und Mieter eigentlich nur ihre Notebooks“, stellt der Landtagsabgeordnete fest. „Das hat mir sehr gut gefallen.“

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