Martin Hahn: Knapp eine halbe Million Euro für Wohn- und Werkstattprojekte im Bodenseekreis

Gleich drei Behinderteneinrichtungen im Bodenseekreis erhalten zusammen knapp eine halbe Million Euro aus dem Investitionsförderprogramm des Landes. „In unserer Gesellschaft muss es selbstverständlich sein, dass Menschen mit Behinderungen ihre Rechte und Wahlmöglichkeiten in gleicher Weise wahrnehmen können und dürfen, wie es für Menschen ohne Behinderungen ist“, freut sich Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen, über die Fördersumme. Das Land investiere in barrierefreie Infrastruktur, um Menschen mit Behinderungen eine unabhängige Lebensführung zu ermöglichen. „Wir wollen für Menschen mit Behinderungen Chancen schaffen, um aktiv und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, so der Landtagsabgeordnete für den Bodenseekreis.


 




Die Landesregierug fördert landesweit insgesamt 20 Wohn- und Werkstattprojekte, davon drei im Bodenseekreis: Die „Gläserne Werkstatt – Schreinerei Frickingen“ der Camphill Werkstätten Hermannsberg erhält eine Fördersumme von 188.926 Euro. Geplant ist ein Ersatzneubau. Auch das Wohnheim Lichthof Heiligenberg der Camphill Dorfgemeinschaft Hermannsberg muss neu gebaut werden. Die Förderung hierfür beträgt 236.350 Euro. Beim Wiedenholzhaus Heiligenberg der Camphill Dorfgemeinschaft Hermannsberg sind Investitionen in den Brandschutz und eine Modernisierung nötig. Dabei hilft das Land mit 61.433 Euro. Das Geld für alle drei Projekte fließt aus der Ausgleichsabgabe, die Betriebe bezahlen müssen, die keine Behinderten beschäftigen.

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha hat in der Förderrunde – es ist die dritte Tranche – insgesamt rund 2,4 Millionen Euro aus Landesmitteln und rund 4,9 Millionen Euro aus Ausgleichsabgabemitteln eingesetzt. Ausgleichsabgabemittel bezahlen konkret die Betriebe, die mehr als 20 Arbeitsstellen anbieten, aber nicht die gesetzlich vorgeschriebene Zahl schwerbehinderter Menschen (fünf Prozent der Belegschaft) beschäftigen.

Hintergrund: Aktionsplan für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention im Jahr 2009 liegt der Schwerpunkt der Behindertenhilfe auf Selbstbestimmung und Teilhabe. Demnach haben auch Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft ein Wunsch- und Wahlrecht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen mit und ohne Behinderungen trotz unterschiedlicher Voraussetzungen und Fähigkeiten gemeinsam in den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg leben, lernen, wohnen, arbeiten und die Freizeit verbringen können.

Seit dem Inkrafttreten des Übereinkommens hat das Land bereits einige weitreichende Schritte zu seiner Umsetzung unternommen. Sie sind eingeflossen in den im Juni 2015 vom Kabinett beschlossenen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg. Der rund 250 Seiten umfassende Aktionsplan listet 230 Maßnahmenvorschläge in verschiedenen Handlungsfeldern wie Bildung, Gesundheit sowie Arbeit und Beschäftigung auf, mit denen die Landesregierung die Inklusion fördern will.

 

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