Naturschutzprojekte sollen bedrohliches Artensterben aufhalten

Martin Hahn MdL: Bodenseekreis profitiert mit 64.000 Euro vom Land für Schaffung neuer Lebensräume für bedrohte Arten

 

Mit dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt will die grün-geführte Landesregierung den rasanten Verlust an Artenvielfalt auch in Baden-Württemberg stoppen. Das Umweltministerium hat nun Bilanz über die vergangenen anderthalb Jahre gezogen. Allein der Bodenseekreis erhielt seit dem rund 149.000 Euro vom Land für insgesamt 54 einzelne unterschiedliche Projekte, die dem Naturschutz zugute kommen. Martin Hahn MdL, Landtagsabgeordneter der Grünen für den Bodenseekreis, freut sich, dass das Land besonders viel Geld – exakt waren es 64.834,02 Euro – für die Schaffung von neuen Lebensräumen für bedrohte Arten im Bodenseekreis ausgegeben hat. Entstanden sind solche neuen Lebensräume durch vor allem Extensivierungsprojekte für die Kulturlandschaft. Zu den Profiteuren gehören Schmetterlinge genauso wie Wildbienen, Laufkäfer oder auch Feldhasen und bedrohte Vogelarten. Das Land förderte im Bodenseekreis 27 einzelne Vorhaben zur Schaffung von neuen Lebensräumen. Doch das war noch nicht alles: Weitere rund 36.000 Euro kamen der Optimierung von elf Naturschutzgebieten im Bodenseekreis und fast noch einmal dieselbe Summe, nämlich weitere rund 35.000 Euro, dem Erhalt von zehn Natura 2000-Gebieten zugute. Rund 11.000 Euro investierte das Land in Moorschutz. Im Bodenseekreis profitierten auch drei Biotopverbünde, wenn auch nur mit zusammen gerechnet 2.400 Euro.

„Biodiversität ist eine der drängendsten Fragen der nächsten Jahrzehnte. Es wird von Bedeutung sein, ob und wie wir Lebensräume für bedrohte Tierarten schützen und erhalten. Deshalb hat die Landesregierung das bundesweit einmalige ‚Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt‘ im November 2017 auf den Weg gebracht“, sagt MdL Martin Hahn. Das Umweltministerium und das Landwirtschaftsministerium setzen das Programm in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen um. Im Sonderprogramm stehen ganze 36 Millionen Euro für verschiedene Vorhaben in den Jahren 2018 und 2019 zur Verfügung. Das Programm fördert auch den geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Förderung der biologischen Vielfalt in Ackerbauregionen oder die Wiedervernetzung von Lebensräumen. „Die Landwirtschaft mit ihren bäuerlichen Betrieben spielt auch bei uns in Baden-Württemberg eine Schlüsselrolle beim Erhalt und bei der Schaffung neuer Lebensräume für bedrohte Arten“ so Martin Hahn. Der Vorsitzende des Agrarausschusses des Landtags und agrarpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen nennt Beispiele aus dem Agrarbereich: So fördere das Land das Anlegen von Blühstreifen auf einer größeren Fläche als früher. „Solche Ackerrandstreifen sind für viele Arten überlebenswichtig", so Martin Hahn. Ein weiteres Handlungsfeld ist die Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie. Ziel der Strategie ist es, den chemischen Pflanzenschutz – der Lebensräume und das Nahrungsangebot zum Beispiel für Wildbienen zerstört – durch biologischen Pflanzenschutz oder die mechanische Bearbeitung des Bodens zu ersetzen. Ein weiteres Beispiel aus dem Agrarbereich sind die Schaffung von „Blüh-, Brut- und Rückzugsflächen für Niederwild“, die seit 2019 durch das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) bezuschusst werden.

„Das weltweite Artensterben geht auch an Baden-Württemberg nicht spurlos vorbei. Rund 40 Prozent unserer Tier- und Pflanzenarten sind inzwischen gefährdet. Der Verlust der biologischen Vielfalt ist alarmierend. Ich bin froh, dass das Thema in der Öffentlichkeit angekommen ist und wir diese große Herausforderung in der Koalition gemeinsam anpacken“, sagte MdL Martin Hahn. Bis 2021 erhöhen wir die Landesmittel für Naturschutz im Vergleich zu 2011 auf rund 90 Millionen Euro – was einer Verdreifachung entspricht, so der Landtagsabgeordnete weiter.

Weitere Informationen zum Sonderprogramm:

https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/publikationen/publikation/did/fuer-flora-und-fauna-mit-herz-und-verstand-das-sonderprogramm-zur-staerkung-der-biologischen-vielfal/