Politische Informationsfahrt nach Stuttgart

Mehr über die Arbeit des Landtags und unserer grün-geführten Landesregierung haben Bürgerinnen und Bürger aus dem Bodenseekreis in dieser Woche in Stuttgart erfahren. 

Neben dem Besuch des Landtags stand dieses Mal auch ein Abstecher zur Villa Reitzenstein, dem Amtssitz des Staatsministeriums Baden-Württemberg und des Ministerpräsidenten, auf dem Programm. Wichtigster Tagesordnungspunkt für viele war aber das Abgeordnetengespräch. Ich freue mich jedes Mal sehr über die Fragen und Anregungen. Nicht jede Gruppe bewegen dieselben Themen. Dieses Mal drehte sich unser Gespräch zum Beispiel um Aquakultur im Bodensee und Bedenken wegen des Trinkwasserspeichers. Da die Landesregierung genauso wie die anderen Anrainerstaaten Aquakultur im Bodensee ablehnt, hat das Thema aber an Brisanz verloren. Ein Top Thema hingegen bleibt die Zukunft unserer Landwirtschaft, die längst für den globalen Markt produziert. Für bäuerliche Betriebe sind der Wettbewerb und das Rennen um den billigsten Preis viel zu oft ruinös. Eine Chance haben bäuerliche Betriebe, die qualitativ hochwertige Lebensmittel produzieren, nur wenn sie für den regionalen Markt produzieren. Die Verbraucherinnen und Verbaucher entscheiden dann wie viel ihnen qualitativ hochwertiges Essen wert ist. Allerdings hat Deutschland die meisten Discounter und in den Einkaufswagen kommt sehr oft, was am billigsten ist. Kritisch sehe ich, dass Bioland neuerdings für Lidl produziert. Ich fürchte einen Preisverfall, das der Discounter die Preise diktieren kann. Ich bin überzeugt, dass wir aber höhere Preise für Fleisch, Milch und Gemüse brauchen, wenn wir eine stabile bäuerliche Landwirtschaft erhalten möchten und nicht noch mehr agrarindustrielle Produktion wollen.
Ein weiteres Thema, das in meinem Wahlkreis viele umtreibt, ist der Flächenverbrauch in der weiter wachsenden Bodenseeregion. In den kommenden zwei Jahrzehnten rechnen wir mit bis zu 80.000 Zuzüglern allein im Bereich des Regionalverbands Bodensee-Oberschaben. Besonders hoch wird der Druck im Schussentals und an der Seelinie sein. Eine Schlüsselrolle werden die Kommunen haben, die darüber entscheiden, wie dicht und wo gebaut wird.
Angesprochen haben Bürgerinnen und Bürger beim Abgeordnetengespräch auch das Thema Flughafen Friedrichshafen. Wie geht es dem „kranken Mann“ Bodenseeairport? Ich sehe den Airport generell kritisch. Er ist ein Produkt von Großmannträumen, wobei der Gedanke, von Friedrichshafen aus zu fliegen, natürlich Charme hat. Aber die immer weniger werdenden attraktiven Angebote bringen immer weniger Fluggäste, was zur Folge hat, dass der Flughafen einen immer größer werdenden Schuldenberg vor sich her trägt. Die wirtschaftliche Lage des Flughafens wird sich mit der Südbahnelektrifzierung und der Fertigstellung von Stuttgart 21 nochmals verschlechtern. Ich rechne damit, dass der Flughafen weitere 1000.000 Fluggäste verliert.