Verpflichtende Kennzeichnung für Fleisch

Klarheit am Regal – raus aus dem Label-Dschungel

Zusammenfassung der Rede des Landtagsabgeordneten Martin Hahn in der 66. Plenarsitzung des Landtags von Baden-Württemberg am 11. Juli 2018.

Wir haben auf der einen Seite die Situation, wo Verbraucherinnen und Verbraucher erheblich verunsichert sind, vor Kühlregalen und Ladentheken stehen und überlegen, was sie kaufen, denn sie wollen gerne Verantwortung tragen.

Dazu haben wir zu dem Thema gleichzeitig eine gesellschaftliche Debatte, ähnlich wie beim Fußball, mit jeder Menge Experten mehr oder minderer Qualität. Auf der Seite des Tierschutzes wird massiv Verbesserung eingeklagt und die Gesamtsituation kritisiert, ich meine zu einem guten Teil zu Recht. Auf der anderen Seite sehen wir verunsicherte Bäuerinnen und Bauern, die täglich verantwortungsvoll ihrem Geschäft nachgehen und überlegen, wie sehen die Investitionen in die Zukunft aus. Thema Tierhaltung in der nächsten Generation, Sorge über das Abwandern der Tiere aus Baden-Württemberg, dass seit 30 Jahren passiert.

Tierschutz ist seit dem Jahr 2000 Staatsziel in Baden-Württemberg, seit 2002 im Grundgesetz verankert und 2006 stimmte das EU-Parlament dem zu. 2015 hat der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung klar signalisiert, dass auch er für eine gesetzliche Haltungskennzeichnung im Bereich der Tierhaltung ist.

Hier muss Klarheit geschaffen werden, damit diese Debatte endlich aufhört und wir einen Label-Dschungel verhindern.

Die Geschichte der Kennzeichnung der Eier ist eine Erfolgsgeschichte. Jeder Kunde im Supermarkt weiß heute um was es geht. Wir haben mit dieser Klarheit auf dem Eiermarkt die Situation beruhigt. Umgekehrt sehen wir die Schwierigkeiten der unkontrollierten Situation beim Flüssig-Ei, da hier viel importiert wird.

Interessant für mich ist, dass auch die großen Marktpartner wie Lidl, Aldi Nord, Aldi Süd, Norma usw. die Frage ob sie für eine verpflichtende Kennzeichnung seien ganz klar mit einem Ja beantwortet haben.

Bauern, Tierverbände, Marktpartner und Verbraucher wollen die verpflichtende Kennzeichnung beim Fleisch- dies sollte für die Politik, wie ich meine, ein Auftrag sein endlich zu handeln. Wir nehmen den Tierschutz ernst, dies ist in Baden-Württemberg ein wichtiges Thema.

Freiwilligkeit, wie durch die neue Bundesregierung angestrebt, bringt keine Mengen. Ich finde es schade, dass die neue Landwirtschaftsministerin bei diesem Ansatz bleibt.

Ja, wir wollen diese gestaffelte Kennzeichnung damit wir als Verbraucher endlich Klarheit am Regal haben und die Tierhalter auf dieser Grundlage für eine veränderte, also bessere Tierhaltung auch einen besseren Preis für ihr Produkt erzielen.